Akupunktur (Naturheilkunde)

Die Akupunktur (von lateinisch acus = Nadel, und punctura/pungere = das Stechen/stechen; chinesisch 针灸 / 針灸, Pinyin zhēn jiǔ) ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei der eine therapeutische Wirkung durch Nadelstiche an bestimmten Punkten des Körpers erzielt werden soll. Bei der traditionellen Form der seit dem zweiten Jahrhundert vor der Zeitenwende in China und Japan praktizierten Akupunktur wird von einer „Lebensenergie des Körpers“ (Qi) ausgegangen, die auf definierten Leitbahnen beziehungsweise Meridianen zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben soll. Ein gestörter Energiefluss soll Erkrankungen verursachen und durch Stiche in auf den Meridianen liegende Akupunkturpunkte soll die Störung im Fluss des Qi wieder behoben werden.

Behandlung

Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Dabei wird der Patient ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegt er oder sitzt bequem. Vor dem Einstich einer Nadel wird die Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Während einer Sitzung werden so wenige Punkte wie möglich gestochen.

Anwendungsgebiete der Akupunktur

Im folgenden sind Beispiele für Anwendungsgebiete gelistet bei denen die Akupunktur einen positiven Einfluss haben kann.

Akute und chronische Schmerzen

  • Kopfschmerzen
  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz)
  • Tumorschmerzen
  • Schmerzen des Kau- und Zahnsystems

Erkrankungen des Bewegungssystems

  • Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Bandscheibenvorfall
  • Sehnen- und Gelenkerkrankungen
  • Tennisellenbogen
  • chronische Hüftgelenkschmerzen
  • Kniegelenkschmerzen
  • Karpaltunnel-Syndrom
  • Nachbehandlung von Hüft-, Knie- und Bandscheibenoperationen
  • Arthroseschmerzen

Neurologische Krankheiten

  • Migräne
  • Neuralgien
  • Facialisparese (Gesichtslähmung)
  • Trigeminusneuralgie
  • Mitbehandlung bei Lähmungen
  • Schlaganfall und Polyneuropathie
  • Schmerzen bei Gürtelrose (Zoster)
  • Begleitsymptome von neurologischen Erkrankungen

Erkrankungen der Atemwege

  • Asthma
  • Heuschnupfen
  • Bronchitis
  • gehäuft auftretende Erkältungskrankheiten

Vegetative Störungen

  • Schlaflosigkeit
  • Erschöpfungssyndrom
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • innere Unruhe
  • Blutdruckschwankungen
  • sexuelle Disharmonie
  • Libidostörungen

Suchtkrankheiten

  • Beruhigungsmittelabhängigkeit
  • Ess-Sucht
  • Nikotinmissbrauch
  • Alkoholmissbrauch
  • Drogensucht (Linderung der Entzugssymptome)

Erkrankungen des Verdauungssystems

  • funktionelle Magen-Darm-Störungen
  • Magengeschwüre
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Verstopfung
  • Reizdarmsyndrom
  • chronische Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)

Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe

  • Menstruationsschmerzen
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Amenorrhoe (Ausbleiben der menstruellen Blutung)
  • Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut)
  • Mastopathie (gutartige Veränderungen des Brustdrüsengewebes)
  • Wechseljahrebeschwerden
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Geburtsvorbereitung

Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten

  • Sinusitis (Nasennebenhöhlen-Entzündung)
  • Tonsillitis (Mandelentzündung)
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Hörsturz
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Glaukom
  • Trockenes-Auge-Syndrom

Hautkrankheiten

  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Akne
  • schlecht heilende Wunden

Allergien

  • Heuschnupfen
  • Nahrungsmittelallergien
  • allergisches Asthma
  • Sonnenallergie

Postoperative Situationen

  • Förderung der Wundheilung
  • Vorbeugen von Entzündungen
  • abschwellende, schmerzlindernde, lymphflussanregende Wirkung

Sonstige Indikationen

  • Begleittherapie bei Tumorerkrankungen, z.B. Linderung der Übelkeit bei Chemotherapie
  • Verbesserung des Allgemeinbefindens nach Operation oder Bestrahlung
  • Herpes genitalis und labialis